19.03.2021
Verein

Erstes Spiel, erster Sieg: Als die Eintracht den Fußball entdeckte

Der Einstand vor 122 Jahren verlief nach Maß, damals noch unter dem Namen Victoria. Dabei galt mit dem unterlegenen Gegner Bockenheim lange eine Art Geheimhaltungsvereinbarung...

In einem zeitgenössischen Bericht wurde über den 8. März 1899 geschrieben, dass sich unzufriedene Mitglieder der Germania 94 „ermutigt durch einige Stammtischgäste, über die Gründung des neuen Vereins […] einig wurden.“  Am 8. März saßen im Friedrichshof folgende Herren zusammen: Ludwig Heil, Albert Reik, Albert Gerhardt, Carl Kaufmann, Gustav Diebold, Friedrich Carl Müller, E. Lichtenberg, Willy Riese, Albert Pohlenk, Carl Hesslöhl, Carl Trolliet, Willy Conrad Seubert, Heinrich Schmidt, Hans, Schnug und Emil Müller.

Elf Tage später, also am 19. März vor 122 Jahren, fand das erste Spiel der Victoria statt. Sie machte ihrem Namen sogleich alle Ehre und garnierte ihre Premiere standesgemäß mit einem Sieg. Im ersten Spielberichtsbuch, das heute im Museum ausgestellt ist, hat Albert Pohlenk folgendes zum Spiel vermerkt: „Victoria tritt zum ersten mal auf und beginnt ihre Spiele mit einem Gesellschaft-Spiel c/a FC Bockenheim 1899. Es gelingt ihr auch über denselben mit 4:1 Goal zu siegen. Die erste Mannschaft ‚Victorias‘ bestand aus folgenden Mitgliedern: Müller, Birkner, (Baks), Trolliet, Riese, abwechselnd (Goal) Gerhardt, Seubert, Trolliet (Halves), Reick, Heil, Pohlenk, Schmidt, Schnug (Forwards). Es waren dies die Leute, welche Victorias Farben zum ersten mal auf dem Spielfeld gleich siegreich vertraten.“

Das erste Spiel hat die magische SGE also gleich mal gewonnen, wenn auch noch unter anderem Namen. Von den 15 Vereinsgründern standen immerhin zehn auf dem Feld. Ob Carl Kaufmann, E. Lichtenberg und Carl Hesslöhl als weitere Vereinsgründer und vermutliche Stammtischgäste des 8. März am Spielfeldrand standen und angefeuert haben, ist nicht überliefert. Aber es ist davon auszugehen, dass Vereinswirt F.C. Müller nicht anwesend war, weil er im Friedrichshof am Tresen stand. Soweit so gut. Jetzt finden sich aber im parallel zum Spielberichtsbuch geführten Protokollbuch der Victoria einen weiteren Hinweis auf das erste Spiel, und zwar in den Niederschriften der Versammlung vom 23. März 1899, zehn Uhr. Und da wird es nebulös, denn unter Tagesordnungspunkt I, Eingegangene Briefe, steht zu lesen:

„Auf den vom FC Bockenheim eingegangenen Brief, worin gebeten wird, dass eine jede Veröffentlichung von letzt gehabtem Gesellschaftsspiel unterbleiben möge, wird geantwortet, dass jedenfalls eine solche Auffassung der Verabredung vorliegt (Siehe Copie!).“

Ach du grüne Neune, das bedeutet: Die Gründerväter hatten den Bockenheimern damals, warum auch immer (und die Copie ist nicht erhalten), zugesagt, über das Spiel nicht zu berichten. Na, diese Abmachung war zumindest in den vergangenen 20 Jahren eher hinfällig – Bockenheim möge es verzeihen. Immerhin handelt es sich hierbei nicht nur um das erste Spiel, sondern auch den ersten Sieg der Vereinsgeschichte. Das ist auch notwendig – denn das Ergebnis des zweiten Spiels möchten Eintracht-Fans gar nicht wissen…

SGE-SUCHT: Die Gründerväter der Eintracht

In den vergangenen Tagen hat die Museums-Redaktion an dieser Stelle so weit wie möglich geklärt, wer alles am 8. März 1899 in der Gaststätte Friedrichshof in der Hohenzollernstraße (heutige Düsseldorfer Straße) anwesend war. Die Daten, die von den Vereinsgründern zu finden waren, sind sorgfältig dokumentiert – doch längst nicht vollständig. Daher wieder der Hinweis: Teilt gerne die Serie, um damit weiter Licht in die Geschichte der Gründungsväter der Eintracht kommt.

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