25.03.2021
Klub

„Eintracht ist nach meiner Familie das Größte“

Vereinstreue, Teil 2: Marco Russ ist mit einer kurzen Unterbrechung seit einem Vierteljahrhundert Adlerträger. Am 25. März jährt sich ein besonderer Tag.

1996 startete der Junge aus einfachen Verhältnissen am Riederwald, gewechselt aus seiner Heimat Großauheim bei Hanau. Eine der ersten Amtshandlungen von Heribert Bruchhagen war sieben Jahre später, Russ mit einem Profivertrag auszustatten. Friedhelm Funkel verhalf ihm zum Debüt, er war schnell Leistungsträger. 2011 ging er nach Wolfsburg, kehrte aber schon bald wieder zurück und beendete bei der Eintracht im vergangenen Sommer seine Karriere. Seither arbeitet er im Analysebereich. 

„Die Eintracht ist nach meiner Familie das Größte“, sagt er voller Stolz. Über den Anschlussvertrag bei „meinem Herzensklub“ freute er sich ungemein. „Ich bringe hier vielleicht einen anderen Blickwinkel ein. Es macht mir großen Spaß, auch wenn der Kopf manchmal raucht“, schmunzelt Russ.

Beim Dallas-Cup 2004 mit der U19.

Ein kurzer Abstecher nach Wolfsburg in seiner Profizeit fällt kaum ins Gewicht, war er doch nicht von langer Dauer. Russ hat in 15 aufeinanderfolgenden Spielzeiten Einsätze für die Eintracht-Profis zu Buche stehen, hat immer seine Knochen hingehalten, war der Herr der Lüfte, meinungsstark und besiegte den Krebs – der einen Tag vor dem Relegationshinspiel gegen Nürnberg 2016 diagnostiziert worden war.

25 Jahre Eintracht, heute vor 15 Jahren Startelfdebüt

Apropos 15: Heute vor 15 Jahren, am 25. März 2006, stand Marco Russ erstmals in der Startelf von Eintracht Frankfurt. Eine Woche zuvor, beim Heimspiel gegen den MSV Duisburg, hatte Russ debütiert, als er in der Schlussphase für den verletzten Chris eingewechselt wurde und die Eintracht das Resultat noch von 4:2 auf 5:2 schraubte. Beim 1. FC Köln am 25. März 2006 verteidigte der damals 20-Jährige neben dem ebenfalls jungen Daniyel Cimen und Routinier Marko Rehmer. Die verletzten Jermaine Jones, Chris, Christoph Preuß und Aleksandar Vasoski (Gelbsperre) waren keine Optionen, sodass Trainer Friedhelm Funkel improvisieren musste. Russ war neben Rehmer der einzige gelernte Innenverteidiger, erhielt das Vertrauen – und rechtfertigte es. Vorstandsboss Heribert Bruchhagen lobte später: „Wir haben eine Kompaktheit herstellen können, die nicht zu erwarten war. Auch die Abwehr spielte sehr routiniert.“

Erster Startelf-Einsatz in der Bundesliga: Marco Russ am 25. März 2006 gegen den Kölner Lukas Podolski.

Mit dem 1:1 beim Tabellenletzten sind die Verantwortlichen zufrieden. Für Russ ist es der Durchbruch. Er ist bis Saisonende gesetzt, bringt es am Ende seiner Karriere auf 304 Bundesligaspiele und 328 Pflichtspieleinsätze für die Eintracht insgesamt. Dazu kommen 43 Einsätze in der U23 (über die Hälfte davon in seiner zweiten U19-Saison), einen von zwei Treffern erzielte er gegen Flieden - dieser Treffer liegt am morgigen Freitag, 26. März, 16 Jahren zurück. Torhüter war damals übrigens ein anderer Vereinstreuer, mit dem er schon in der U19 spielte und der gerade seinen Vertrag um drei weitere Jahre verlängert hat: der heutige Torwarttrainer Jan Zimmermann, der zwei Jahre vor Russ an den Riederwald kam. 

Marcos Treue-Triple

  • Mit zehn Jahren zur Eintracht.
  • 15 Spielzeiten in Folge mindestens einen Einsatz.
  • Vom Spieler zum Analysten.

Die „Eintracht vom Main“ hat auf 27 Seiten die Geschichten derjenigen aufgeschrieben, die eine schon sehr lange und intensive Beziehung zur Eintracht pflegen. Dabei kann Treue durchaus sehr vielfältig sein. Einige Namen gefällig? Karl-Heinz Körbel, Franco Lionti, Timothy Chandler, Bernd Hölzenbein, Friedel Lutz. Alle Geschichten gibt’s in unserem ePaper der März-Ausgabe, einige davon hier auf eintracht.de in einer kleinen Serie.

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