01.07.2022
Klub

„Die Eintracht-DNA in sich“

Seit 40 Jahren Fan, seit über 20 Jahren AG-Mitarbeiter, seit dem 1. Juli im Vorstand. Philipp Reschke im Portrait.

Eintracht Frankfurt wächst. Nicht nur in der Mitgliederzahl, in rund einem Monat kamen fast 10.000 hinzu. Auch auf administrativer Ebene stellt sich der Klub immer breiter auf. Nachdem Axel Hellmann vor zehn Jahren als zweites Vorstandsmitglied neben Heribert Bruchhagen berufen wurde, kam Oliver Frankenbach drei Jahre später hinzu. Der seit April 2021 als Vorstandssprecher fungierende Hellmann und Frankenbach bildeten zuletzt den AG-Vorstand gemeinsam mit Sportvorstand Markus Krösche. Zum heutigen Freitag wächst das Gremium weiter, denn Philipp Reschke ist vor fünf Wochen durch den Aufsichtsrat in den Vorstand bestellt worden.

Das hat unter anderem die Frankfurter Rundschau zum Anlass genommen, den 49-Jährigen näher vorzustellen. Und dabei treffend über die Beförderung des Justiziars geschrieben: „Es gibt niemanden im Eintracht-Zirkel, der dem Urgestein diesen Aufstieg nicht gönnen würde, kaum jemand ist so beliebt wie der Vater zweier Söhne, er ist ein echter Teamplayer, der das Große und Ganze im Blick hat, aber trotzdem auf der Geschäftsstelle jede und jeden mitnimmt, der integriert und verbindet, der als Bindeglied und Brückenbauer fungiert, der die Servicekraft genauso respektvoll behandelt wie den Sportmanager.“ Heribert Bruchhagen nannte ihn einst „unseren Gewerkschaftsführer“, weil sich Reschke stets für die Belange der Mitarbeiter einsetze.

2. April 2022: Das Team der Spieltagsorganisation um Philipp Reschke freut sich gegen Greuther Fürth über das erste Heimspiel seit über zwei Jahren ohne Coronabeschränkungen.

Philipp Reschke arbeitet seit 21 Jahren für Eintracht Frankfurt, am 31. Januar 2001 war sein erster Arbeitstag bei der erst seit wenigen Monate ausgegliederten Fußball AG. Begonnen hat der ausgebildete Volljurist als Einzelkämpfer im Rechtswesen, damals noch der Marketingabteilung angeschlossen, und als Leiter des Rahmenprogramms an den Spieltagen. Bis zuletzt war Reschke Bereichsleiter Recht, Fanbetreuung und Sicherheit, dazu Leiter Spieltagsorganisation und seit einem Jahrzehnt auch Prokurist der Fußball AG. Er hatte in Passau und Hamburg Jura studiert, sich dabei auf Sportrecht spezialisiert und sein Referendariat schwerpunktmäßig am Landgericht Darmstadt und in Frankfurt absolviert.

Philipp Reschke mit Vater Hans Hermann, der seit September 2021 Ehrenmitglied bei Eintracht Frankfurt ist.

Der gebürtige Bremer kam durch den beruflichen Wechsel seines Vaters im Alter von zwei Jahren nach Frankfurt. Vater Hans Hermann Reschke, ehemaliger Finanzvorstand der Deutschen Bundesbahn und über zwei Jahrzehnte Partner des Frankfurter Bankhauses Metzler, wurde zwei Jahre, nachdem sein Sohn bei der AG angeheuert hatte, Aufsichtsratsmitglied bei Eintracht Frankfurt und Vorstand eines der Aktionäre, der Freunde der Eintracht Frankfurt AG. Im vergangenen Herbst verlieh ihm der Verein die Ehrenmitgliedschaft.

Der erfolgreiche Kampf um die Lizenz 2002, weil die Existenz des gesamten Vereins auf dem Spiel stand.

Vorstandsmitglied Philipp Reschke auf die Frage nach seinem größten Eintracht-Moment

Der neue Wohnort hatte Philipp Reschke ins Waldstadion geführt. 1980 hatte ihn ein Freund der Familie in den Stadtwald mitgenommen, das SGE-Virus packte ihn endgültig durch den DFB-Pokalsieg der Adlerträger ein Jahr später. Ende der 1980er Jahre ließ er sich im G-Block sozialisieren, aus seiner damaligen Clique bildete sich viel später der EFC Schobberobber. Die Eintracht ist also seit 40 Jahren ständiger Begleiter Reschkes, und gekoppelt mit dem Blick auf seine Vita verwundert seine Antwort auf die Frage nach seinem größten Eintracht-Moment sicherlich nicht. Es ist kein Pokalsieg, kein Aufstieg, kein großes Spiel der Vereinsgeschichte: „Der erfolgreiche Kampf um die Lizenz 2002, weil die Existenz des gesamten Vereins auf dem Spiel stand.“

Fast genau vor 20 Jahren und 20 Tagen hatte der Spuk ein Ende und Eintracht Frankfurt die zwei Monate verweigerte Lizenz für den Profifußball zurück. Reschkes Aufgabenfeld ist in der Folge nicht nur bei der Fußball AG, sondern auch darüber hinaus stetig gewachsen. Seit vielen Jahren ist er Beisitzer im DFB-Bundesgericht, seit 2019 auch im DFB-Sportgericht. Ehrenamtlich engagiert er sich als Stellvertretender Vorsitzender des Bezirksverbands Frankfurt.

Große gegenseitige Wertschätzung: Der Aufsichtsratsvorsitzende Philip Holzer (M.) und Oliver Frankenbach (r.), ab sofort Vorstandskollege von Philipp Reschke.

All dies wäre wohl nicht möglich, wenn er nicht die von der Frankfurter Rundschau erwähnten Charaktereigenschaften hätte: „Reschke hat das Herz am rechten Fleck, ist ein launiger, offener, kommunikativer Typ.“ All dies darf er nun auch im Vorstand von Eintracht Frankfurt zur Geltung bringen, in dem er für die Bereiche Spieltagsorganisation, Fanbetreuung, Sicherheit, Merchandising, Zuschauerservice, Recht und Personal verantwortlich sein wird. Der Aufsichtsratsvorsitzende Philip Holzer sagte dazu bei der Verkündung der Beförderung: „Er ist ein Eigengewächs. Wir sind eine Familie, und er hat die Eintracht-DNA in sich. Keine Frage, er ist eine echte Bereicherung für uns.“

Das ist Philipp Reschke

PositionVorstandsmitglied
VerantwortungsbereicheSpieltagsorganisation, Fanbetreuung, Sicherheit, Merchandising, Zuschauerservice, Recht und Personal
Geboren5. Oktober 1972
Familienstandverheiratet mit Ehefrau Julia, zwei Söhne
1993 bis 2000Juristische Ausbildung in Passau, Hamburg (1. Staatsexamen), Frankfurt/Darmstadt (2. Staatsexamen)
seit 2001Mitarbeiter und Justiziar der Eintracht Frankfurt Fußball AG
seit 2013Prokurist bei der Eintracht Frankfurt Fußball AG
seit 2013Bereichsleiter Recht, Fanangelegenheiten, Sicherheit und Leiter Spieltagsorganisation
bis 2022UEFA Main Contact von Eintracht Frankfurt
seit 1. Juli 2022Mitglied des Vorstands
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