11.11.2020
Soziales

Zwischen Verpflegungsfahrt, Sport und Studium

Jede Woche versorgt Henrik Bauß Vereinsmitglieder mit Lebensmitteln. Eine Aufgabe, die den 19-Jährigen erfüllt und geerdet hat.

Auf dem Weg zum Mitglied: Henrik Bauß mit den Einkäufen in der Hand.

Es ist Dienstag, 13.45 Uhr. Der Wagen mit dem riesigen Adler auf der Seite hält in einer Straße mitten in der Innenstadt. Henrik Bauß geht an den Kofferraum, holt eine volle Einkaufstüte heraus. Vollbepackt geht er durch das kleine Eingangstor und winkt mit den Lebensmittel in der Hand bereits Frau Hertler zu. Mit einem Lächeln im Gesicht öffnet sie sofort das Fenster. Man kennt sich schon. Und wie jedes Mal freut sie sich über den Besuch von Henrik – selbstverständlich auf Abstand – und natürlich über die mitgebrachten Einkäufe.

Henrik Bauß ist 19 Jahre alt und einer der fleißigen Helfer, die durch die Verpflegungsfahrten Vereinsmitglieder mit Lebensmitteln versorgt. Seit seinem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), das er bei der Eintracht absolviert hat, übernimmt er die wöchentlichen Touren durch Frankfurt und das mit viel Freude. „Mir macht es Spaß für die Eintracht zu arbeiten, weil es ein toller Verein ist und ich bin dankbar, dass ich so die Möglichkeit habe, etwas Gutes zu tun.“

Der Kuchen wartet schon

Bei den Versorgungsfahrten hat Henrik einen festen Plan. Morgens geht es ab in den REWE am Grünhof, die seit Beginn die Versorgungsfahrten unterstützen. Dort arbeitet er sich durch die Regale um alle Bestellungen für die Mitglieder einzukaufen. Am Auto packet er jedem Mitglied seine eigene Tüte und macht sich fertig für die Fahrt. Die Adressen hat er mittlerweile alle im Kopf und auch die ein oder andere Anekdote hat er zu erzählen. Besonders schwärmt er von dem Kuchen von Frau Hertler, den sie als Dankeschön gerne auf der Fensterbank parat stellt. Ein Dankeschön über das sich der 19-Jährige natürlich ganz besonders freut, auch wenn es für ihn selbstverständlich ist, dort zu unterstützen, wo es eben nötig ist.

Man wird dankbar für das was man hat und lernt es mehr zu schätzen.

Henrik Bauß

Denn das soziale Engagement liegt ihm besonders am Herzen. „Es ist die Verantwortung der jungen Leute, gerade in der aktuellen Situation, den Menschen zu helfen und sie zu unterstützen, die beispielsweise der Risikogruppe angehören.“ Ihn erfüllt diese Tätigkeit und er schwärmt von der Wärme und Herzlichkeit der Mitglieder, die er beliefert – auch wenn ein persönlicher Kontakt nur bedingt möglich ist  Die soziale Arbeit und die Gespräche mit den Eintrachtlerinnen und Eintrachtlern bringen ihn zurück auf den Boden der Tatsachen. „Man wird dankbar für das was man hat und lernt es mehr zu schätzen“, so der Student.

Neben seinem sozialen Engagement spielt vor allem der Sport eine wichtige Rolle in seinem Leben. Schon früh stand der Ball im Mittelpunkt seiner sportlichen Aktivitäten. Egal ob als Sportler, Trainer oder Fan, ob mit Hand oder Fuß – Hauptsache der Ball ist im Spiel. Diese Leidenschaft für das runde Spielgerät erklärt auch seine heutige Tätigkeit als Übungsleiter bei der Ballschule, wo er als Trainer der Eintracht an Grundschulen mit Kindern arbeitet. Dabei ist es für ihn nicht nur eine Verdienstmöglichkeit neben dem Studium, die Arbeit mit den Kindern mache ihm Spaß. „Ich finde es super den Kinder das zu zeigen, was ich früher gelernt habe und ihnen etwas beizubringen.“

Übergabe auf Abstand durch das Fenster - Corona macht kreativ.

Auch der Fußball ist ihm ans Herz gewachsen. Als Spieler beackert er die Außenbahn seines Vereins, als Fan freut er sich über jeden Sieg der Profis und leidet mit, sollte es mal nicht so laufen. Diese Verbindung ist durch das Freiwillige Soziale Jahr, dass er in der Pausenliga des Vereins absolviert hat, noch einmal verstärkt worden. Durch seine Arbeit im Verein hat er die Eintracht-Familie kennen und lieben gelernt.

Im Sommer war dieses dann zu Ende und das Jura-Studium an der Goethe-Universität Frankfurt hat begonnen. Corona-bedingt musste der Semesterstart allerdings – wie so vieles – online stattfinden. Hieß für Henrik: Online-Einführungswoche, keine Ersti-Feiern und keine neuen Leute kennenlernen. „Das Studium-Feeling kommt nicht so auf, wenn man zu Hause vor dem Laptop sitzt und sich eine Vorlesung anhört“, lautet das Resümee zu seinem Studienstart. Er geht die Sache aber, wie in vielen anderen Bereichen seines Lebens auch, positiv an und macht das Beste aus der Situation: „So kann ich mir auch besser den Tag einplanen und beispielsweise die Versorgungsfahrten für die Eintracht übernehmen“. Und so heißt es auch an den nächsten Dienstagen für Henrik wieder ab in den Bus und Mitglieder unterstützen. Solange es eben nötig ist.

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