26.10.2021
Soziales

Wenn ein Ergebnis zur Nebensache wird

Johannes Hablik ist beinahe sein halbes Leben querschnittsgelähmt. Der einstige Turner erhält seither Unterstützung von der Eintracht-Familie, auch emotional. Mitte Oktober war wieder so ein Tag.

„Im Herzen von Europa liegt mein Frankfurt am Main...“ Als Johannes Hablik am Samstagnachmittag diese Hymne erklingen hört, beginnen seine Augen sofort an zu Leuchten und seine Lippen ziert ein großes Lächeln. Lange war er nicht mehr im Stadion, umso schöner ist das Erlebnis nun. Dass das Ergebnis, ein 1:2 gegen Hertha BSC, mehr als zweitrangig ist, liegt im persönlichen Schicksal des ehemaligen Mehrkämpfers begründet.

Am 3. November 2002 versuchte sich der damals 22-Jährige an einem anderthalbfachen Salto, schlug hart mit dem Kopf auf und verletzte sich schwer. Wochenlang kämpfte er um sein Leben, lag im künstlichen Koma. Seitdem ist der Odenwälder querschnittsgelähmt, nur den Kopf kann er noch bewegen.

Einträchtiger Empfang: Johannes und Hans Hablik zwischen Axel Hellmann (l.) und Sebastian Rode (r.).

Europareisen mit den „Feuerteufeln“, einer Akrobatikgruppe der Turnabteilung von Eintracht Frankfurt, sind ohnehin undenkbar, die Herausforderungen beginnen fortan im Elternhaus. Unterstützung erhält die Familie von Freunden und Bekannten aus dem Turnen und aus ihrem Umfeld. Auch die Schlappekicker-Aktion der Frankfurter Rundschau hilft mit einer monatlichen Spende an den 2003 eigens zur Unterstützung von Johannes gegründeten Verein Zukunft für Johannes Hablik e.V.

Gleichzeitig ist Johannes bis heute Teil der Eintracht-Familie geblieben. Und als eine solche Gemeinschaft beteiligt sich auch der Traditionsverein an verschiedenen Aktionen. Dieses Mal darf Johannes gemeinsam mit Vater Hans und Schwester Christina das Heimspiel gegen Hertha BSC besuchen.

Der heute 41-Jährige ist für diese Unterstützung sehr dankbar. „In meiner Situation bringt einem moralische Unterstützung immer viel. Ich schätze das Vereinsleben sehr.“ In Empfang genommen von Vorstandssprecher Axel Hellmann erwarten Johannes gleich ein Equipment aus Eintracht-Schals und einem Fußballtrikot mit der Nummer zehn sowie Habliks Namen beflockt. Auch Kapitän Sebastian Rode sagt Hallo.

Eine Vereinsgemeinschaft zeichnet sich dadurch aus, dass man nicht immer nur die aktiven Sportler, sondern auch die passiven unterstützt.

Axel Hellmann, Vorstandssprecher Eintracht Frankfurt Fußball AG

Hellmann selbst hat eine besondere Verbindung zum Turnen, denn seine Mutter war einst im Vorstand der Eintracht-Turnabteilung. Entsprechend wächst er am Oeder Weg auf und turnt bis zu seinem zwölften Lebensjahr im traditionellen Frankfurter Stadtteil. Umso mehr ist der Besuch der Familie Hablik für ihn eine Herzensangelegenheit.

Dass eine Vereinsgemeinschaft nicht mit einer Zeit als aktiver Sportler endet, hebt er gegenüber EintrachtTV nochmal hervor. „Eine Vereinsgemeinschaft zeichnet sich dadurch aus, dass man nicht immer nur die aktiven Sportler, sondern auch die passiven unterstützt.“

An diesem sonnigen Nachmittag verrät Johannes noch, dass seine Lieblingsspieler sind Martin Hinteregger und Filip Kostic sind. Er gibt aber auch zu, dass er noch andere Sportarten gerne verfolgt. Mit seiner Schwester Christina schaut er leidenschaftlich gerne Tennis.

„Es war ein toller Nachmittag, auch wenn das Ergebnis leider nicht ganz gepasst hat. Von einem Erlebnis wie heute kann man zehren, das unterstützt einfach“, befindet er abschließend. Dem ist nichts hinzuzufügen.

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