27.10.2021
Klub

Trauer um Bernd Nickel

Bernd Nickel ist am Mittwochmorgen nach langer Krankheit verstorben. „Dr. Hammer“ wurde 72 Jahre alt.

Bernd Nickel, der dreimal das Tor des Monats erzielte, feierte mit der Eintracht in seinen 17 Jahren als Adlerträger viele große Erfolge. Gemeinsam mit Jürgen Grabowski und Bernd Hölzenbein brillierte er in den 1970er Jahren im Mittelfeld der SGE. Das Team um „Grabi, Holz & Dr. Hammer“ gewann 1974 und 1975 den DFB-Pokal. „Wir haben uns immer gut verstanden. Jeder wusste genau, wie der andere tickt. Wir haben blind miteinander kombiniert“, erinnerte sich Nickel in einem Interview 2019 an die goldenen 1970er bei der Eintracht. 1981 wurde Nickel mit der Eintracht zum dritten Mal DFB-Pokalsieger, ein Jahr zuvor gewann er mit der Mannschaft den UEFA-Pokal. Sieben Mal erreichte die Eintracht mit ihm eine Top-Sechs-Platzierung in der Bundesliga, öfter gelang dies keinem Adlerträger. Nickel wurde zudem in vier DFB-Auswahlteams berufen. Er absolvierte ein A-, fünf B-, ein U23- und 41 Amateur-Länderspiele. Darüberhinaus war er 1972 beim Olympischen Fußballturnier in München dabei.

Seine fußballerische Laufbahn begann Bernd Nickel beim SV Eisemroth im Westerwald, bevor er 1966 zur Eintracht wechselte. Bis 1983 war er am Riederwald aktiv, bestritt 426 Bundesligaspiele und erzielte dabei 141 Tore. Nur Bernd Hölzenbein erzielte mehr Treffer in Deutschlands höchster Spielklasse für die Eintracht, und bis heute ist er damit einer der torgefährlichsten Mittelfeldspieler des Landes. Viele seiner Tore sind bis heute unvergessen, so sein 1:0 im Abstiegskampf 1971 am Bieberer Berg in Offenbach, das auch zum „Tor des Monats“ gewählt wurde. Die Eintracht gewann das Spiel und hielt die Klasse. Ein weiteres spektakuläres Tor gelang Bernd Nickel in der Saison 1975/76 beim 6:0 gegen den FC Bayern München. Zur Halbzeit stand es bereits 5:0, im zweiten Durchgang sorgte Nickel mit einer direkt verwandelten Ecke gegen Sepp Maier für den Endstand. Direkt verwandelte Ecken waren übrigens eine Spezialität von „Dr. Hammer“, der wegen seines strammen Schusses so genannt wurde. Nickel gelang das einmalige Kunststück, von jedem Eckpunkt des Waldstadions einen Eckball direkt ins Tor zu verwandeln. Die weiteren Gegner neben den Bayern waren Kaiserslautern, Bremen und Düsseldorf.

Mit Bernd Nickel verlieren wir eine der ganz großen Identifikationsfiguren des Vereins.

Präsident Peter Fischer

Den Fans ist Bernd Nickel nicht nur als begnadeter Fußballer in Erinnerung geblieben. 1975 eröffnete er in der Bethmannstraße 15 seinen Eintracht-Shop. Ein Geschäft, in dem es nur Fanartikel zu kaufen gab – das war damals in Deutschland einzigartig. So entwickelte sich Bernd Nickels Eintracht-Shop schnell zu einem Anlaufpunkt für Fans aus der ganzen Welt.

In den vergangenen Jahren war Bernd Nickel regelmäßig Gast bei den Spielen der Eintracht. Der passionierte Golfspieler verfolgte das Schicksal seiner Eintracht mit viel Begeisterung.

Seine Freistöße waren einmalig, er war ein begnadeter Fußballer. Und das schöne war, dass wir auch nach der aktiven Zeit enge Freunde geblieben sind.

Jürgen Grabowski

Präsident Peter Fischer zeigt sich betroffen vom Tod Nickels: „Mit Bernd Nickel verlieren wir eine der ganz großen Identifikationsfiguren des Vereins. ‚Dr. Hammer‘ war ein Markenbegriff für die Eintracht. Auf dem Platz hat er mit vielen tollen Toren für große Erfolge gesorgt, aber auch nach seiner Karriere war er ein wichtiger Repräsentant des Vereins. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie“.

Auch Jürgen Grabowski trauert um seinen Freund Bernd Nickel: „Bernd Nickel, den wir immer ‚Nackel‘ nannten, war ganz wichtig für unser Spiel bei der Eintracht. Seine Freistöße waren einmalig, er war ein begnadeter Fußballer. Und das schöne war, dass wir auch nach der aktiven Zeit enge Freunde geblieben sind. Oft waren wir gemeinsam auf dem Golfplatz. Ich war die ganze Zeit mit der Familie in enger Verbindung.“

Lieber Bernd, du hast mir gerade in der Zeit, als ich mit 17 Jahren zu Eintracht Frankfurt gekommen bin, unglaublich geholfen. Du hast mir die Eintracht-Welt gezeigt und warst immer für mich da.

Karl-Heinz Körbel

Karl-Heinz Körbel zeigt sich ebenso „schockiert über den Tod unserer Eintracht-Legende Bernd Nickel! Wir haben so viel gemeinsam erlebt! Lieber Bernd, du hast mir gerade in der Zeit, als ich mit 17 Jahren zu Eintracht Frankfurt gekommen bin, unglaublich geholfen. Du hast mir die Eintracht-Welt gezeigt und warst immer für mich da. Du warst ein Mensch mit einem großen Herzen und ein überragender Fußballspieler mit einem unvergleichlichen linken Fuß! Meine Familie und ich werden dich nie vergessen! Danke für alles! Ruhe in Frieden und mit Gottes Segen.“

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