04.06.2022
Verein

Titel mit Grabi, Freistöße mit Zinedine

UEFA-Cup-Sieger, DFB-Pokalsieger, Trainer in der Fußballschule und beim Walking Football, Tradispieler. Glückwunsch zum 65. Geburtstag, lieber Norbert Nachtweih!

Die ganze Eintracht-Familie gratuliert Norbert Nachtweih, der am heutigen Samstag seinen 65. Geburtstag feiert. Ein großes Fest findet allerdings nicht statt: „Ich feiere im kleinen Rahmen“, gibt sich Nachtweih bescheiden. Kein Wunder, der volle Fokus liegt mit einem Augenzwinkern auf der nächsten sportlichen Aufgabe. Bereits am Pfingstmontag steht er wieder als Trainer der Eintracht Frankfurt Fußballschule im Rahmen von „Eintracht in der Region“ in Groß-Karben auf dem Platz.

Nachtweih, der 1976 anlässlich eines Juniorenländerspiels der DDR in der Türkei mit seinem Mannschaftskameraden Jürgen Pahl in den Westen floh, genießt mittlerweile das ruhige Leben im Taunus. Bei der Fußballschule leitet er Nachwuchstrainings, er spielt in der Traditionsmannschaft der Eintracht und immer wieder berichtet er als wichtiger Zeitzeuge über seine Flucht aus der DDR. Natürlich kommen bei diesen Talkrunden auch die großen Erfolge zur Sprache, die Nachtweih gefeiert hat.

Norbert Nachtweihs erster Verein nach der DDR-Flucht ist die Eintracht.

Von 1978 bis 1982 spielte Norbert Nachtweih für die Eintracht. Er gewann mit den Adlerträgern den UEFA-Pokal 1980 und den DFB-Pokal 1981, sorgte gemeinsam mit Grabowski, Körbel, Nickel, Pezzey, Pahl und Co. für eine außergewöhnliche Zeit in der Historie der Eintracht. 1982 folgte der Wechsel nach München. Mit den Bayern gewann Nobbie vier Deutsche Meisterschaften und den DFB-Pokal. 1989 wechselte Nachtweih nach Cannes, wo er für die AS mehr als 40 Ligaspiele absolvierte. In der Zeit trainierte er immer wieder mit einem jungen Nachwuchsspieler Freistöße. Dieser Youngster war Zinedine Zidane! 1991 kehrte Nachtweih zur Eintracht zurück, kam aber in der „Rostock-Saison“ nur noch selten zum Einsatz. Bereits im Winter zog er weiter nach Mannheim, für den Waldhof spielte er noch bis 1996.

Nach seiner aktiven Karriere hat Nachtweih seinen Lebensmittelpunkt am Taunus gefunden, heute lebt er im schönen Liederbach. Die Eintracht, seine erste Station nach der Flucht aus der DDR, ist zu seiner sportlichen Heimat geworden. Sein Engagement für den Nachwuchs ist für ihn Herzensangelegenheit. Aus privaten Gründen konnte er vor drei Wochen nicht mit seinen Mannschaftskameraden von 1980 nach Sevilla fliegen, aber den Titelgewinn hat er auch in der Heimat euphorisch gefeiert. „Man hat ja auch am Fernsehen gesehen, was in Sevilla los war. Ich kann mir das gut vorstellen. Als wir 2018 von der Eintracht zum Pokalfinale gegen die Bayern eingeladen waren, bin ich in der ersten Halbzeit mal ganz bewusst in die Fankurve gegangen. Die Dynamik da hat mich vollkommen umgehauen. Man fragt sich, wie die Fans diese Power über 90 Minuten durchhalten.“

Mein größter sportlicher Erfolg war sicher der Europapokalsieg 1980 mit der Eintracht. Die Flucht aus der DDR war eine aufregende Sache.

Norbert Nachtweih

An seinem 65. Geburtstag freut sich Norbert Nachtweih auf die bevorstehenden Auftritte seiner Eintracht in der Champions League. Im Vorgängerwettbewerb hat er selbst oft gespielt, natürlich mit den Bayern. 1987 stand er sogar im Endspiel um den Europapokal der Landesmeister. Der Titel war ihm nicht vergönnt, in Wien unterlagen Matthäus, Rummenigge, Flick und Co. dem FC Porto mit 1:2, unvergessen ist der Hackentreffer von Madjer zum zwischenzeitlichen Ausgleich.

Die Niederlage im Finale von Wien hat Nachtweih, der in jener Saison alle Europapokalspiele der Bayern über die volle Distanz bestritt, sportlich mitgenommen und die Eintracht freut sich über sein Fazit, dass bei anderem Spielausgang 1987 vielleicht anders ausfallen würde: „Mein größter sportlicher Erfolg war sicher der Europapokalsieg 1980 mit der Eintracht. Die Flucht aus der DDR war eine aufregende Sache. Dann waren wir vom Verband erstmal gesperrt. 1978 habe ich meine ersten Bundesligaspiele gemacht, die erste „komplette“ Saison war aber die Saison 1979/80. Dass die dann gleich mit dem internationalen Titel gekrönt wurde, war für mich persönlich ganz wichtig.“

Trotz dieses verpassten Titels ist Norbert Nachtweih einer der erfolgreichsten Vereinsfußballer, der je für die Eintracht gespielt hat. Alles Gute, lieber Norbert!

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