13.06.2022
Klub

Stolpersteine gegen das Vergessen

Joseph Klibansky war Mitglied der Tennisabteilung von Eintracht Frankfurt. Im Namen des Vereins wurde ihm nun ein Stolperstein in Frankfurt gewidmet. Ein Zeichen gegen das Vergessen.

Im Mai fand bereits zum 14. Mal eine Stolpersteinverlegung in Frankfurt von Eintracht Frankfurt statt. Gunter Demnig, der das Kunstprojekt der Stolpersteine 1996 ins Leben gerufen hat, setzte den goldenen Stolperstein im Reuterweg 73 zu Ehren des ehemaligen Vereinsmitgliedes Dr. Joseph Klibansky in den Boden. Die Verlegung der Stolpersteine verdeutlicht einmal mehr die tolerante und klare Haltung von Eintracht Frankfurt gegen Antisemitismus, Rassismus und Homophobie sowie die Unterstützung der jüdischen Gemeinde.

Stefan Minden, Vizepräsident von Eintracht Frankfurt, betonte in seiner Rede die Bedeutung solcher Aktionen und fand im Namen des Präsidiums und des gesamten Vereins passende Worte: „Die Stolpersteinverlegungen sind ein wichtiger Bestandteil unserer gesellschaftlichen Verantwortung und repräsentieren die Haltung, die Eintracht Frankfurt und vor allem unser Präsident Peter Fischer vertritt. Wir wollen in diesem Rahmen unseren Mitgliedern gedenken, die vor 1933 noch frei im Verein tätig waren und dabei alle möglichen Positionen innehielten. Die Stolpersteine sind ein symbolisches Zeichen, die damals ausgeschlossenen Eintrachtler wieder in unsere Mitte zu holen.“

Jürgen Klibansky war ein fest integrierter Bestandteil der Eintracht und auch über die Tennisabteilung hinweg in anderen Abteilungen des Vereins aktiv und bekannt.

Matthias Thoma

Zudem gab Museumsleiter und Mitinitiator der Stolpersteinverlegung von Eintracht Frankfurt, Matthias Thoma, den zahlreichen Besuchern einen kurzen Einblick in das Leben und Wirken von Dr. Joseph Klibansky, der zu seinen Lebzeiten Eintrachtler durch und durch war. „Jürgen Klibansky war ein fest integrierter Bestandteil der Eintracht und auch über die Tennisabteilung hinweg in anderen Abteilungen des Vereins aktiv und bekannt“, erinnert Thoma an das Mitglied.

Klibansky wurde in Frankfurt geboren, besuchte dort Schule und Universität, bevor er sich später auch als Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt niederließ. Dazu spielte Klibansky seit den 1920er Jahren aktiv Tennis bei der Eintracht und erhielt 1930 sogar die Goldene Ehrennadel des Vereins. Im Jahr 1934 war der Rechtsanwalt dann gezwungen, gemeinsam mit seiner Frau, vor den Nazis nach Frankreich zu fliehen. Er überlebte den Krieg und kehrte 1948 zurück nach Frankfurt.

Deutsche Bank gedenkt ebenfalls

Auch die Deutsche Bank, speziell die Historische Gesellschaft der Deutschen Bank e.V., initiierte an diesem Tag eine Stolpersteinverlegung in Frankfurt. Max Salomon, der bis 1934 Volldirektor und Mitleiter der Deutschen Bank Filiale in Erfurt war, erhielt einen goldenen Stein in der Eppsteiner Straße 45. Wie Eintracht Frankfurt möchte also auch die Deutsche Bank auf die verschiedenen Lebenswege jüdischer Mitmenschen aufmerksam machen und diese anhand der Stolpersteine ehren.

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