05.03.2026
Event

Signal an den Sport, Verbeugung für die Treue

Feingefühl und Feierlichkeiten im Frankfurter Palmengarten. Der Frühjahrsempfang 2026 im Zeichen großer Dankbarkeit und Einigkeit – und als Impuls für die Restsaison.

Die feierliche Zeremonie im Gesellschaftshaus des Frankfurter Palmengartens begann Axel Hellmann mit einer „Verbeugung der Eintracht-Familie vor Ihrer Leistung und Ihrem Zutun in den vergangenen zwölf Monaten: Partner, Sponsoren, Kunden, Freunde, Förderer, aktive Mitgestalter in den Gremien. Besonders Mathias Beck stellvertretend für den Hauptaktionär [den Verein; Anm. d. Red.].“ Der Vorstandssprecher der Eintracht Frankfurt Fußball AG wandte sich an die rund 600 Gäste: „Aufsichtsrat, Beirat, Medienvertreter; jene, die sich der Eintracht seit Jahren und Jahrzehnten verbunden fühlen und nicht nur viel Geld, sondern vor allem auch sehr viel Zeit investieren.“

In diesem Zusammenhang spannte Hellmann galant den Bogen zu den Beschlüssen der DFL-Mitgliederversammlung in Düsseldorf und nahm insbesondere Bezug auf die angestoßenen finanzregulatorischen Themen: „Wenn wir den europäischen Fußball nicht in Bezug auf Kapitalzufuhr regulieren, das Ungleichgewicht nicht bremsen, können wir als Verein um Sponsoren und Medienrechte strampeln und kämpfen, wie wir wollen, und im Scouting noch so die Schnellsten und Besten sein – gegen diese Form der Übermacht, gegen Geld, das nicht aus dem Fußballkreislauf entstanden ist, können wir international auf Sicht nicht mithalten.“

Immer dort, wo Infrastruktur nachhaltig geschaffen wird, prosperiert der Sport bei Eintracht Frankfurt.

Axel Hellmann, Vorstandssprecher Eintracht Frankfurt

Umso mehr unterstrich Hellmann daher das Modell der Eintracht, in dem „sich alle Stakeholder unserem Weg verschreiben, selbstbestimmt zu bleiben.“ Wohlgemerkt in dem unnachahmlichen Bewusstsein, Mittel zu geben und gleichzeitig auf Mitbestimmung zu verzichten. Für Hellmann ein Glücksfall, der sowohl für die Konkurrenzfähigkeit im Profifußball als auch die Förderung im Breitensport gelte. Denn „immer dort, wo Infrastruktur nachhaltig geschaffen wird, prosperiert der Sport bei Eintracht Frankfurt. Deshalb stecken wir viel in Infrastruktur und gleichzeitig in sportliche Exzellenz.“

Dem pflichtete auch Vizepräsident Armin Kraaz bei, der die Notwendigkeit untermauerte, weitere Sportstätten für gerade junge Menschen in Frankfurt und der Region zu schaffen.

Katharina Kiel, Direktorin Frauenfußball bei Eintracht Frankfurt.

Weitere spannende Einblicke in die Eintracht-Welt gewährten Sportvorstand Markus Krösche und die Direktorin Frauenfußball Katharina Kiel, die mitsamt Trainerstäben sowie je einer Auswahl an Spielerinnen und Spielern anwesend waren. Beide zelebrierten große Einigkeit in der Überzeugung, Frauen und Männer, Juniorinnen und Junioren gleichermaßen zu fördern. Krösche: „Das gehört zur Strategie von Eintracht Frankfurt und ist sehr, sehr wichtig. Eine gemeinschaftliche Idee, wie wir spielen wollen, nach einer einheitlichen Philosophie. Das zeichnet uns aus.“ Kiel präzisierte: „Unsere Frauen spielen den attraktivsten Fußball in Deutschland. Wir verfolgen konstant unseren Weg, unsere Werte unter dem Dach von Eintracht Frankfurt zu transportieren. Unsere Spielerinnen leben das sehr authentisch vor.“

Grundsätzlich sieht Krösche eine „Marke, die es im europäischen Fußball so nicht nochmal gibt: auf junge Spieler zu setzen, sie in relativ kurzer Zeit zu entwickeln, um gemeinschaftlich erfolgreich zu sein“. Als großes Faustpfand benannte Krösche „Power, Emotionalität, das Stadion, die Energie“ im Herzen von Europa.

Hellmann war die Symbiose aller Spielfelder ebenso ein Anliegen: „Wenn etwas bei Eintracht Frankfurt immer funktioniert, ist es das Miteinander. Die Vertragsverlängerung mit der Deutschen Bank bis 2035 ist enorm. Neun Jahre sind eine gewaltige Zeit und helfen uns bei weiteren Entwicklungsmöglichkeiten.“

Indeed, Hauptsponsor bis 2029, sei „ein Partner, der unfassbare Werte der Akzeptanz geschöpft hat über die Partnerschaft“. Darüber hinaus kamen Verlängerungen wie mit mit Mainova zur Sprache, was Hellmann resümieren ließ: „Eine unglaubliche Kontinuität als besonderes Markenzeichen des Klubs, der sich in dieser Form an kaum einem anderen Standort wiederfindet.“

Neuzugänge im Gespräch: adidas, DVAG und Albert Riera

Nicht zuletzt erhielten natürlich Ausrüster adidas und DVAG, gemeinsam mit Generali Ärmel-Partner, die gebührende Aufmerksamkeit. Zu späterer Stunde hielten Thomas Sailer, adidas Vice President Brand für Zentraleuropa, und der stellvertretende DVAG-Vorsitzende Holger Zindt das Mikro im Wechsel mit dem Moderationsduo Alina Friedrich und Jochen Stutzky. Die Trailer wurden produziert von der studio fiftynine GmbH.

Nach einigen Monaten unter dem Adlerdach hieß Hellmann die neuen Familienmitglieder „in diesem Rahmen nochmal willkommen“. Applaus war die schöne Regel an dieser kurzweiligen von der Eintracht Frankfurt Event GmbH organisierten Veranstaltung, die neben aufschlussreichen Talks und emotionalen Videotrailern auch Raum für angenehme Gespräche, köstliche Kulinarik, knifflige Quizspiele und musikalische Untermalung etwa von Singer-Songwriter und Eintracht-Fan Michael Schulte bot.

Erstmals hier offiziell im Westend zugegen war Albert Riera, der seit rund einem Monat den Adler auf der Brust trägt, in den komplett ausgelasteten Saal sprach und sich zunächst charmant dafür entschuldigte, nicht auf Deutsch zu antworten. Dafür in fließendem Englisch: „Ich möchte allen hier danken, die den Klub unterstützen“, bemühte der Spanier einen Vergleich aus der Kabine: „Ich sage meinen Spielern immer: jeder ist wichtig, egal wie viele Minuten er spielt. Genauso ist das auf dieser Ebene.“ 

Jeder trage Verantwortung, „ich, indem ich den Spielern mein Wissen weitergebe. Ich bin bereit für die Verantwortung, die der Verein mir übertragen hat. Wir haben keine Limits.“ Entsprechend versprach Riera keine konkreten Ergebnisse und Titel, aber: „Ich verspreche, dass wir eine Identität erschaffen, in der sich alle im Umfeld wiederfinden. Nach Siegen ist sowieso jeder fröhlich. Aber wenn wir an den Punkt kommen, nach einer Niederlage stolz zu sein, weil wir unsere Identität verkörpert haben, hätten wir etwas Wundervolles erschaffen. Wir haben hier perfekte Arbeitsbedingungen.“

Nach Riera gefragt, fasste Krösche zusammen: „Wir haben mit Albert jemanden gefunden, der zur Mannschaft und unserer Spielweise passt. Er ist in der Lage, Spieler weiterzuentwickeln und hat eine klare Spielidee. Wir sind auf dem richtigen Weg, haben erste Ergebnisse eingefahren. Wir haben mit ihm die richtige Entscheidung getroffen.“

In diesem Sinne lenkte Vorstandssprecher Hellmann den Adlerblick auf die verbleibenden Saisonspiele: „Auf der Zielgerade haben wir schon immer eine besondere Energie ausgelöst. Jetzt ist der Zeitpunkt, an dem wir Energie aus dem Klub an die Mannschaften – Männer wie Frauen – geben müssen. Lasst uns mit einem kraftvollen Applaus an unsere Sportvertreter signalisieren: Dieser Klub, diese Partner stehen hinter unserer Aufholjagd.“

Am Mittwoch im Frankfurter Palmengarten. Auf unbestimmte Zeit in Eintracht.