20.12.2020
Klub

Eintracht Frankfurt trauert um Dietrich Weise

Eintracht Frankfurt trauert um seinen doppelten Pokalsieger-Trainer Dietrich Weise, der am Sonntag im Alter von 86 Jahren in Heilbronn verstorben ist.

Dietrich Weise, der aus Gröben in Sachsen-Anhalt stammte, spielte aktiv für die SG Traktor Teuchern und die SG Fortschritt Weißenfels. 1958 ging er in den Westen, schloss sich zunächst der SpVgg Neckarsulm und später dem VfR Heilbronn an, bei dem er auch schon als Trainer tätig wurde. 1967 wurde er Trainer des 1. FC Kaiserslautern, von dort wechselte er 1973 zur Eintracht. Gleich in seinem ersten Trainerjahr feierte Weise am Riederwald den DFB-Pokalsieg. Im Endspiel gegen den Hamburger SV gewann die Eintracht mit 3:1 und holte den „Pott“ erstmals nach Frankfurt. 1975 gelang Dietrich Weise die Titelverteidigung, diesmal besiegte die Eintracht den MSV Duisburg mit 1:0. 1976 erreichte die Eintracht das Halbfinale im Europapokal der Pokalsieger, das Team scheiterte knapp an West Ham United. Nach der Saison wechselte Weise zu Fortuna Düsseldorf, bei der er zwei Jahre lang arbeitete und 1978 einmal mehr das DFB-Pokalfinale erreichte. Von 1978 bis 1983 war Weise erfolgreicher Nachwuchstrainer beim Deutschen Fußball-Bund, 1981 gewann er mit der U18 die Europameisterschaft und die Junioren-Fußballweltmeisterschaft. Nach einer weiteren Trainerstation beim 1. FC Kaiserslautern kehrte er 1983 zur abstiegsbedrohten Eintracht zurück. Mit einer ganz jungen Truppe um Ralf Falkenmayer, Thomas Berthold, Armin Kraaz und Uwe Müller gelang ihm der Klassenerhalt, in den Relegationsspielen setzten sich die „Weise-Bubis“ 1984 gegen den MSV Duisburg durch und sorgten in Frankfurt für eine große Fußballeuphorie.

Wir verlieren mit Dietrich Weise nicht nur einen Fußballexperten, sondern auch einen guten Freund, dessen Menschlichkeit uns fehlen wird.

Präsident Peter Fischer

Seine Trainerkarriere beendete Dietrich Weise in Ägypten und als Nationaltrainer Liechtensteins. Dem Fußball blieb er treu, regelmäßig besuchte er Spiele seiner Eintracht. Dabei konzentrierte er sich nicht nur auf die Bundesligatruppe, sein Interesse galt immer auch den Nachwuchsteams, die er am Riederwald beobachtete. 2017 reiste er auf Einladung der Eintracht zum Pokalfinale nach Berlin und genoss sichtlich die Abendveranstaltung in der „Frankfurter Botschaft“ am Abend vor dem Spiel, bei der er zahlreiche seiner Wegbegleiter wieder traf. Zuletzt besuchte er im vergangenen Jahr das Spiel in der Europa Leauge-Qualifikation gegen den FC Vaduz, um alte Freunde aus Liechtenstein zu treffen. „Dietrich Weise war einer der ganz großen Trainer der Eintracht, wir trauern um einen Menschen, der den Fußball gelebt hat und allerorts als anerkannter Fachmann galt. Sein Augenmerk galt immer der Förderung der Jugend, im Verein sind ihm viele ehemalige Spieler dankbar, für alles, was er für sie getan hat. Wir verlieren mit Dietrich Weise nicht nur einen Fußballexperten, sondern auch einen guten Freund, dessen Menschlichkeit uns fehlen wird“, zeigt sich Präsident Peter Fischer betroffen vom Tod Dietrich Weises.

Genau wie Karl-Heinz Körbel, der im Finale 1975 das Siegtor erzielte und sich an seinen ehemaligen Trainer erinnert: „Mit großer Trauer habe ich heute erfahren, dass mein ehemaliger Trainer und väterlicher Freund Dietrich Weise verstorben ist. Er hat auf meine Karriere den größten Einfluss gehabt! Von ihm habe ich gelernt, was es bedeutet, Profi zu sein und welche Werte es beinhaltet. Seine große Stärke war seine Menschlichkeit. Er hat mir stets vermittelt, dass man als Profi eine Vorbildfunktion einnimmt und mir die Liebe zum Fußball und zur Eintracht vorgelebt.“

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