11.07.2021
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Einmal Adler, immer Adler

Schon ihre gesamte sportliche Karriere trägt Katharina Keller einen Adler auf der Brust – seit über sechs Jahren nun auch den der Eintracht. Mit dem Verein selbst ist sie allerdings schon immer verbunden.

Seit November 2020 ist in der Wolfgang Steubing Halle im Sportleistungszentrum am Riederwald kein Handball mehr geworfen worden und genau so lange ist es her, dass Katharina Keller das letzte Mal ihr Tor verteidigen durfte. Seit über sechs Jahren spielt die 29-Jährige Handball im Trikot von Eintracht Frankfurt, Fan des Vereins war sie allerdings schon als Jugendliche. „In der Schule war ich tatsächlich der einzige Eintracht-Fan in meinem Jahrgang“, erinnert sich Katharina, die ursprünglich aus der Nähe von Fulda stammt. „Aber als Familie sind wir öfters ins Stadion gegangen und wenn man im Regionalexpress von Fulda nach Frankfurt sitzt, ist dort alles voller Eintracht-Fans.“ Sie lacht: „Ich glaube, auf einer dieser Fahrten habe ich auch meinen ersten Äppler getrunken.“

Noch früher als ihre Leidenschaft für die Eintracht entdeckte Katharina allerdings ihren Spaß am Handballsport. Schon als Vierjährige zog es sie ins Training ihres Heimatvereins, der DJK-SSV Großenlüder. „Mein erstes Jugendspiel im Verein war noch Mattenhandball“, lacht die heutige Adlerträgerin. In der DJK-SSV Großenlüder durchlief Katharina alle Jugendabteilungen, spielte mit der A-Jugend in der Oberliga und stieg mit den Damen in die Landesliga auf. 2011 zog es Katharina dann für ihr Studium nach Frankfurt – ihrem Heimatverein blieb sie dennoch treu. „Jeden Freitag habe ich meinen Koffer mit in die Uni genommen, um direkt nach Vorlesungsende zur U-Bahn zu rennen und mit dem Zug nach Hause ins Training zu fahren“, berichtet sie.

Man lernt, nicht auf andere zu zeigen.

Katharina Keller

Weniger als ein Jahr nach ihrem Umzug führte allerdings ein Schicksalsschlag in der Familie dazu, dass Katharina die Handballschuhe gänzlich an den Nagel hängte. Erst zwei Jahre später, während eines Auslandssemesters, das sie im Sommer 2013 begann, kam bei der damaligen Studentin der Drang auf, ihrer Leidenschaft wieder nachzugehen. „Dass ich mit dem Handballspielen aufgehört habe, war zu dem Zeitpunkt gut und richtig“, blickt die Torfrau auf diese Zeit zurück. „Aber irgendwann stellte sich eine gewisse Alltagsroutine ein und ich konnte mir vorstellen, wieder in einer Mannschaft Handball zu spielen.“

Bereits bei ihrem Umzug nach Frankfurt hatte Katharina mit der Handballabteilung geliebäugelt, über einen Bekannten nahm sie den Sport allerdings zunächst in einem anderen Verein in der Mainstadt wieder auf. „Die Eintracht habe ich in meiner ersten Saison in Frankfurt als Gegner kennengelernt und fand das Team vom Spielaufbau und der Mannschaft her spannend“, erinnert sie sich. Nach ihrer ersten Saison in Frankfurt kam Katharina dann zu den Handballerinnen der Eintracht. Ein Vereinswechsel ist für die Torfrau heute keine Option mehr: „Ich bin hierhergekommen und hab mich sportlich super wohl gefühlt“, erklärt sie. „Wir haben ein tolles Team, das sich über die Jahre zwar verändert hat, aber der Zusammenhalt und das Teamgefüge sind von Jahr zu Jahr stärker geworden.“ Dies sei auch einer der Gründe, warum sich viele Spielerinnen für die Eintracht entscheiden würden, obwohl sie bei einem anderen Verein sogar höherklassig spielen könnten, ergänzt sie. „Vielen Spielerinnen gefällt der Zusammenhalt und die Stimmung in der Mannschaft so gut.“ Das sehe sie nicht nur in ihrem Team, sondern im gesamten Vereinsumfeld. „Eintracht Frankfurt bedeutet Familiengefühl. Die immer beschriebene Eintracht-Familie ist tatsächlich vorhanden.“

Für die Adlerträgerinnen steht Katharina allerdings nicht nur als Torhüterin und Spielführerin auf dem Feld, sondern engagiert sich auch neben dem Parkett in der Abteilung. „Warum, weiß ich gar nicht so genau“, lacht sie. „Ich glaube, es gibt einfach Menschen, die Vereinsmeier sind und gerne am Vereinsleben partizipieren und dort auch Verantwortung übernehmen. Das habe ich vielleicht auch ein wenig von zu Hause aus mitbekommen – mein Vater und mein Großvater waren viele Jahre in der Vereinsführung des ortsansässigen Fußballvereins aktiv und mein Großvater hat den dortigen Handballverein mitbegründet.“ Umso gespannter blickt Katharina der anstehenden Fusion mit der SG Nied entgegen. „Ich freue mich natürlich, wenn eine Handballdamenmannschaft dazukommt, die eine Klasse über uns spielt und vielleicht auch den Aufstieg in die Landesliga schafft, um in der Region ein noch größerer Magnet zu werden.“

Der Adler begleitet mich mein ganzes Handballerleben.

Katharina Keller

Am Handball selbst begeistert Katharina vor allem die Zusammenarbeit in der Mannschaft. „Für mich ist wichtig, dass man zusammen gewinnt, aber auch zusammen verliert“, erklärt sie. „Beim Teamsport lernt man, nicht auf andere zu zeigen, die Schuld aber auch nicht nur bei sich selbst zu suchen.“ Gerade in diesem Sport könne man die Resultate selten auf einzelne Spieler oder Spielmomente reduzieren. „Es gibt so viele Situationen, um Tore zu werfen, und so viele, Tore zu verhindern. Selbst wenn in der letzten Minute noch ein Siebenmeter gepfiffen wird, ist dieser am Ende trotzdem nicht der Grund, ob man ein Spiel gewinnt oder verliert.“

Aus dem Sport habe sie auch viel für ihr berufliches und alltägliches Leben mitnehmen können. „Man lernt, jeden Menschen zu schätzen“, berichtet Katharina, die aktuell an der Johann Wolfgang Goethe-Universität promoviert. Sie habe sich angewöhnt, offen zu sein und zu versuchen, bei anderen Menschen nach Gemeinsamkeiten, anstatt nach schlechten Eigenschaften zu suchen. „Das ist der positive Spirit, der sich bei uns in der Mannschaft durchgesetzt hat, und das nimmt man auch mit ins Berufsleben. Man merkt, dass man mit jedem Menschen irgendwie zusammenarbeiten kann.“ Über den Handball hat Katharina sich nicht nur persönlich weiterentwickeln und neue Freundschaften schließen können, sondern kam so auch zum Seckbacher Fanclub „EFC Sausee“, der ebenfalls größtenteils aus aktiven und ehemaligen Handballern besteht. „Als ich zur Eintracht kam, hat der zweite Abteilungsleiter Hannes mich zum Fanclub gebracht. So bin ich auch an meine jetzige Dauerkarte gekommen.“ Katharina lacht: „Handball verbindet einfach.“

Wie es in den nächsten Monaten für Katharina und die Handballabteilung weitergeht, ist aktuell aufgrund der Coronasituation noch nicht abzusehen. Die Torhüterin ist allerdings zuversichtlich, dass die Saison im September wie geplant starten und ihre Mannschaft zumindest in Kleingruppen bald wieder ins Training einsteigen kann. Klar ist jedoch, dass Katharina der Eintracht erhalten bleibt. „Ich habe für mich entschieden, dass es mir am wichtigsten ist, in einem guten Umfeld und mit einer tollen Mannschaft zu spielen“, so die 29-Jährige. „Wir haben tolle Trainer, dass funktioniert alles super.“ Erst kürzlich sei ihr zudem aufgefallen, wie lange sie schon mit dem Adler auf der Brust spielt, der auch das Wappen ihres Heimatvereins ziert. „Der begleitet mich schon mein ganzes Handballerleben“, schmunzelt Katharina. „Einmal Adler auf der Brust, immer Ader auf der Brust.“

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