21.12.2020
Soziales

Ein Netzwerk bietet Zuversicht

Rückschläge gibt es nicht nur im Sport, sondern vor allem auch im alltäglichen Leben. Manche Menschen sehen keinen Ausweg, haben keine Zuversicht mehr. Hier hilft FRANS.

In Frankfurt nehmen sich jährlich circa 90 Personen das Leben. Insbesondere bei psychischen Erkrankungen, vor allem bei Depressionen, kommt es häufig zu Suizidgedanken, die sich in einer Krisensituation zuspitzen und zu Suizidhandlungen führen können. Diese traurige Zahl darf nicht verschwiegen werden. Es ist wichtig, über dieses Thema zu reden – und Institutionen wie FRANS eine Plattform zu bieten.

Wer oder was ist FRANS?

FRANS ist die Abkürzung für das Frankfurter Netzwerk für Suizidprävention, das 2014 gegründet wurde. Das Missverhältnis zwischen der hohen Anzahl an Suizidtoten sowie zu geringer Aufmerksamkeit und koordinierter Präventionsaktivität, waren der ausschlaggebende Punkt für die Gründung vor sechs Jahren. Heute ist FRANS ein Zusammenschluss von mehr als 75 Frankfurter, aber auch überregionaler, Institutionen und Organisationen, in deren beruflichem Alltag suizidales Verhalten und das Thema Suizidprävention eine Rolle spielen. Koordiniert wird die Netzwerkarbeit durch eine Lenkungsgruppe im Gesundheitsamt Frankfurt. Zu den Mitgliedern zählen die psychiatrischen Kliniken, der gemeindepsychiatrische Verbund, die Kirchen, die TelefonSeelsorge, der Selbsthilfe e.V., Feuerwehr und Rettungsdienst und viele mehr. Doch warum ist Zuversicht so wichtig und welche Verbindung gibt es zwischen der Eintracht und FRANS? Das haben wir Institutionen und Organisationen innerhalb des FRANS-Netzwerks gefragt.

Zuversicht heißt nicht nur im Sport, sondern vor allem im ganz alltäglichen Leben, auch nach Rückschlägen weiterzumachen. Im Bereich der Suizidprävention ist es eines der wichtigsten Elemente. Die helfenden Institutionen schenken den betroffenen Menschen ein offenes Ohr und sehen in ihnen etwas, was für sie meist nicht mehr zu erkennen ist. Diese zuversichtliche Haltung hat von daher etwas Stellvertretendes an Optimismus, an Vertrauen und an Sinn, wie es beispielsweise die Klinik Hohe Mark berichtet. „Wir sind überzeugt, dass jede Krise auch eine Chance birgt und sehen es als unsere Aufgabe, den Betroffenen diese Zuversicht zu vermitteln und ihnen neue Wege aufzuzeigen“, berichtet das Gesundheitsamt Frankfurt. Hier setzt auch der Selbsthilfe e.V., der bei FRANS aktiv ist, an, um im Netzwerk „einträchtig“ Menschen zusammenzubringen, die sich in einer psychischen Krise befinden und deren Angehörigen Mut machen, über ihre Probleme zu sprechen und sich Hilfe zu suchen, um so neue Zuversicht schöpfen zu können.

Suizidprävention ist Zuversicht. Die Zuversicht darin, dass das Leben nach Niederlagen auch wieder Siege bereithält.

Feid + Kollegen GmbH

Für die TelefonSeelsorge spielt dabei das Gespräch eine entscheidende Rolle: „Suizidprävention in der TelefonSeelsorge bedeutet über Suizid und Suizidgedanken ins Gespräch kommen zu dürfen, die Erfahrung zu machen, nicht alleine zu sein, jemanden zu haben, der zuhört.“ Zuhören, unterstützen, einfach da sein. Zuversicht ist der Halt, den jeder Mensch braucht. Zuversicht, daran zu glauben, dass es einen Weg gibt. „Suizidprävention rettet Leben, da Zuversicht aus Notlagen befreien kann“, bringt es die Branddirektion Frankfurt am Main auf den Punkt.

Zwei Frankfurter Größen geben Halt und spenden Zuversicht

Auf den ersten Blick scheint es wenig Verbindung zwischen FRANS und der Eintracht zu geben, außer vielleicht die Heimat Frankfurt und eine inhaltliche Verbindung über den Namen „Eintracht“. „Eintracht bedeutet Frieden mit sich selbst, mit seinen Erfahrungen, seinen Zielen und Wegen“, beschreibt FRANS-Schirmherr Walter Kohl. Und genau das versucht FRANS bei betroffenen Personen wieder zu erwecken. Auf den zweiten Blick kann man jedoch einige weitere Gemeinsamkeiten erkennen: Im Sport ist es wie im Leben. Siege und Niederlagen wechseln sich ab und gehören dazu. Nach der Niederlage muss man wieder aufstehen und weiter trainieren, an sich arbeiten, um wieder ein positives Erlebnis zu haben. „Beiden geht es darum, Lebensfreude zu wecken und Menschen zusammenzuführen“, erklärt das Amt für katholische Religionspädagogik. Frankfurter Vereine unterstützen sich gegenseitig – „mit- und füreinander statt gegeneinander“ funktioniert nicht nur im Sport, sondern auf allen Ebenen immer noch am besten. „Zwei Frankfurter Größen, die zusammen noch besser spielen als allein – für starke Frankfurter Seelen“, beschreibt es das Bündnis gegen Depression Frankfurt am Main und wird ergänzt durch die Klinik Hohe Mark: „Genauso wie die Eintracht lebt FRANS vom Teamgeist. Nur gemeinsam ist man erfolgreich und nur gemeinsam bewältigt man Krisen.“

Die Eintracht kann und ist für viele Menschen ein wichtiger Anker in ihrem alltäglichen Leben. „Die Begeisterung für den Fußball, die seit dem Pokalsieg 2018 und der überragenden Saison im Jahr darauf in Frankfurt neue Höhen erreicht hat, schafft Gemeinschaft, Freude und die Nähe zu anderen Begeisterten – Erlebnisse, die zusammengenommen im allerbesten Sinn suizidpräventiv wirken“, berichtet die TelefonSeelsorge.

Und so arbeiten tagtäglich viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den unterschiedlichen Stellen, um Leben zu retten und wieder Zuversicht zu bieten. Nicht nur, aber besonders in einem herausfordernden Jahr 2020. Damit das Leben wieder lebenswert erscheint.

Weitere Informationen über das Netzwerk sowie zu Hilfsangeboten für Betroffene, Freunde und Angehörige sowie Hinterbliebene gibt es unter www.frans-hilft.de.

Wenn du selbst unter Suizidgedanken leidest oder dir Sorgen um einen Angehörigen machst, sprich mit einem Arzt. Unter der Hotline-Nummer 069-630 13 113 erreichst du rund um die Uhr eine der psychiatrischen Kliniken in Frankfurt.

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