24.11.2020
Verein

Die Pausenliga als Anker

Immer mittwochs gastiert die Pausenliga an der Günderrodeschule im Gallus – ein wichtiger Bestandteil im Alltag der Kinder, wie die Schulleiterin berichtet.

Du suchst Dir nicht Deinen Verein aus, sondern Dein Verein sucht sich Dich aus“, hat Nick Hornby einmal gesagt. Es gibt wohl keinen besseren Satz der auf Birgit Kron zutrifft. Wer in das Büro der Schulleiterin kommt, sieht direkt was Sache ist: Neben Lehrplänen und Papierstapeln, schmückt ein großer Wimpel der Eintracht ihr Büro und zeigt: „Hier sitzt ein Adler“. Zwischen Lehrerkonferenz und Corona-Sitzung findet sie dennoch Zeit für ein Gespräch über die Eintracht, Corona und die Auswirkungen auf ihr berufliches und privates Leben.

Birgit Kron kommt aus Regensburg und ist eigentlich nur durch Zufall nach Frankfurt gezogen. Seit fast zehn Jahren ist sie als Schulleiterin der Günderrodeschule im Gallusviertel tätig. Der Job als Schulleiterin verlangt ihr viel ab. Jeder Tag ist anders und es kann auch vorkommen, dass der Computer gar nicht erst hochgefahren wird, da so viele andere Dinge zu erledigen sind. „Das macht den Job so interessant, aber man muss auch verdammt flexibel sein.“ Besonders die Corona-Pandemie hat sie und die ganze Schule vor große Herausforderungen gestellt. „Es ist ein unbewusster Stress, von dem man nicht wirklich abschalten kann“, berichtet Kron. Neben digitalem Unterricht wurden beispielweise Lernpakete für die Schüler geschnürt, die ihnen sogar nach Hause gebracht wurden - auch um den sozialen Kontakt zu den Schülern/innen aufrecht zu erhalten.

Mittwoch ist Pausenliga-Tag

Die Corona-Krise bedeutet viele Einschränkungen im Privaten und in der Schule. Die Kinder der Günderrodeschule können weder in den Sportunterricht noch in den Vereinen Sport treiben. Gerade deswegen ist Birgit Kron froh, dass sie mit ihrer Schule weiterhin an der Eintracht Frankfurt Pausenliga teilnehmen kann. Die Pausenliga biete den Kindern etwas Bekanntes und das sei in dieser Situation besonders wichtig. Zudem erinnert sie sich gerne an die Geschichten, als einige Kinder mit den Profis an der Hand aufs Spielfeld mit einlaufen durften. Ein Moment, der zwar schon einige Monate zurückliegt, viele zehren aber noch heute von diesen positiven Erinnerungen. „Als mir eine Mutter weinend gegenüber stand und mir sagte, dass sie das ihren Kindern schon immer ermöglichen wollte, einmal ins Stadion zu gehen, hat mich das tief berührt und gezeigt wie wichtig auch die Arbeit der Eintracht ist, so etwas zu ermöglichen.“

Auf ihrem Weg ist die 45-Jährige Mutter immer wieder über die „Diva vom Main“ gestolpert. 2001 ging es das erste Mal ins Stadion. Mit ihrem Sohn saß sie im Familienblock und von dort an wurden die Stadionbesuche häufiger. Sie lernte die Eintracht langsam aber sicher kennen und lieben. Zu ihrem 40. Geburtstag wünschte sie sich dann eine Dauerkarte und über ein paar Umwege hat es tatsächlich funktioniert. Jetzt ist sie seit fünf Jahren stolze Besitzerin einer Dauerkarte auf der Haupttribüne – und selbstverständlich auch Vereinsmitglied. Mit ihrem besten Freund ging es vor der Pandemie zu jedem Spiel. Vor allem die ritualisierten Spieltage fehlen ihr. „Normalerweise geht es um halb 12 aus dem Haus und erst spätabends wieder zurück.“ Der Besuch im Stadion war immer dazu da, erzählt sie, um Dampf abzulassen und den Kopf frei zu bekommen. Immerhin konnte sie beim Spiel gegen Arminia Bielefeld wieder einmal Stadionluft schnuppern, auch wenn es natürlich nicht das Gleiche war, wie es „normalerweise“ im vollen Deutsche Bank Park ist.

Die Eintracht im Bewerbungsgespräch

Aber nicht nur im Stadion oder im Privatleben, auch im Arbeitsalltag gibt die Eintracht oftmals den Takt vor. Vorstellungsgespräche beendet die heute 45-Jährige gerne mit der Frage „Welcher Fußballverein?“. Somit kam es dazu, dass ein Gespräch in großem Lachen endete, als ein Kandidat auf die Frage mit „Ich bin Lauterer“ antwortete. Birgit konnte nicht anders und sagte ihm scherzhaft, dass er den Job nicht bekomme. „Heute ist er einer der beliebtesten Lehrer der Schule“, sagt sie mit einem Augenzwinkern und einem Lächeln im Gesicht.

Somit begleitet die Diva sie in allen Lebensbereichen und Birgit Kron freut sich schon jetzt darauf, wieder ins Stadion gehen zu dürfen und den Emotionen freien Lauf zu lassen. Doch jetzt heißt es wieder ran an die Arbeit: Die Schulglocke ertönt und die Kinder haben frei. Für die Schulleiterin ist aber noch lange nicht Schluss, denn es geht zur nächsten Corona-Sitzung. „Ich wünsche mir einfach nur, dass keine Grundschule mehr geschlossen wird.“ Und damit endet ein eindrucksvolles Gespräch mit einer Eintrachtlerin, die froh ist, dass „ihre Eintracht“ sie ausgesucht hat.

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