28.09.2020
Soziales

Die gesellschaftliche Kraft des Fußballs nutzen

Axel Hellmann überreicht im Namen der Eintracht der Bildungsstätte Anne Frank Scheck über 50.000 Euro und damit die letzte Spende, die aus der „AUF JETZT“-Kampagne hervorgeht.

Am Dienstag überreichte Eintracht-Vorstandsmitglied Axel Hellmann Meron Mendel, dem Direktor der Bildungsstätte, einen Teil der Spenden, die im Rahmen der „AUF JETZT!“-Kampagne generiert wurden. Die Übergabe der Schecks im Wert von 50.000 Euro erfolgte im Lernlabor, dem Herzstück der Bildungsstätte, die durch wechselnde Ausstellungen ergänzt wird.

Seit Juni 2018 gibt es das neu konzipierte Lernlabor „Anne Frank. Morgen mehr.“ in Frankfurt – dessen Titel sich aus dem letzten Tagebucheintrag von Anne Frank ableitet. Das Lernlabor wurde in erster Linie für Schulklassen konzipiert, bietet aber auch Erwachsenen die Möglichkeit, sich mit Anne Frank und Themen wie Rassismus, Diskriminierung, Flucht und Zivilcourage auseinanderzusetzen. Dahinter verbirgt sich die Idee, dass die einzelnen Stationen zum Diskurs anregen, sensibilisieren, jedoch keine Meinung vorgeben sollen.

Es tut gut, mit der Eintracht einen Partner an unserer Seite zu wissen, der konsequent gegen gegenwärtigen Hass und Hetze im Sport und der gesamten Gesellschaft vorgeht.

Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank

Meron Mendel dankte dem Eintracht-Vorstand für die großzügige Spende. „Die klare Abgrenzung von Rechtsextremismus und jeglicher Form von Menschenhass ist eine gemeinsame Wertebasis, die uns mit Eintracht Frankfurt verbindet. In der Vergangenheit haben wir deshalb schon einige Male mit dem Verein und auch seinen Fans zusammengearbeitet. Umso mehr freut uns diese Unterstützung, mit der wir unseren Einsatz gegen Rechtsextremismus und zur Unterstützung von Betroffenen in Hessen verstärken können. Als Einrichtung mit Hauptsitz in Frankfurt können wir uns glücklich schätzen, einen Bundesligaverein in unserer Stadt zu haben, der schon früh erkannt hat, dass Rassismus sich nicht alleine mit warmen Worten bekämpfen lässt, sondern des nachhaltigen Einsatzes von uns allen bedarf. Es tut gut, mit der Eintracht einen Partner an unserer Seite zu wissen, der sich nicht nur der Aufarbeitung der eigenen NS-Vergangenheit gestellt hat, sondern auch konsequent gegen gegenwärtigen Hass und Hetze im Sport und der gesamten Gesellschaft vorgeht.“

Im Anschluss an die Scheckübergabe ließ es sich Axel Hellmann nicht nehmen, einmal selbst die verschiedenen Lernstationen innerhalb der Ausstellung zu erkunden, die einen Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart spannen. Ausgerüstet mit einem Tablet und unter Anleitung von Mendel machte er unter anderem Halt an der Station Racist Glasses: Eine simple Brille, die verdeutlichen soll, wie sexistische, rassistische oder antisemitische Stereotype aussehen. Hellmann lobte anschließend nicht nur die die visuelle und digitale Aufbereitung der Inhalte, sondern auch die greifbare sowie interaktive Art der Wissensvermittlung.

Ich bin mir sicher, dass unsere Zusammenarbeit mit der Bildungsstätte erst an einem Anfang steht.

Axel Hellmann, Vorstandsmitglied Eintracht Frankfurt Fußball AG

Für die Bildungsstätte bietet die Scheckübergabe nicht nur finanziell einen Grund zur Freude. Denn beide Seiten sehen inhaltliche Überschneidungen: So hat es sich der Traditionsverein zum Ziel gesetzt, die Strahlkraft des Fußballs auch innerhalb der Gesellschaft zu nutzen, um ein klares Statement gegen Diskriminierung, Rechtsextremismus und Antisemitismus zu setzen. Das betonte auch Axel Hellmann bei der Übergabe: „Fußballvereine sind ein Spiegel der Gesellschaft und in jedem Klub gibt es zahlreiche Ansatzpunkte, um Diskriminierung entgegenzutreten. Dies beginnt im Prinzip schon mit der Verunglimpfung der jeweils gegnerischen Fans. Gelegentlich werden hier bereits Grenzen überschritten, die sich auch an vielen anderen Punkten in der Gesellschaft zeigen. Dem können wir einerseits nur mit einer klaren Haltung und vor allem durch Bildung und Orten wie dem Lernlabor entgegenwirken. Ich bin mir sicher, dass unsere Zusammenarbeit mit der Bildungsstätte deshalb erst an einem Anfang steht.“

Einen Anfang macht in diesem Sinne nicht nur die mittlerweile abgeschlossene „AUF JETZT“-Kampagne, sondern auch die Basis. So hat sich ein Eintracht-Fanclub aus Frankfurt-Eschersheim an diesem Engagement bereits ein Beispiel genommen und 600 Euro an die Bildungsstätte gespendet.

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