27.07.2020
Verein

65 Jahre Verbundenheit

Ein ganz besonderes Mitglied feiert heute sein Vereinsjubiläum: Der Meister von 1959 Friedrich Lutz.

Nicht viele Mitglieder schaffen das, was Friedrich „Friedel“ Lutz geschafft hat. Nicht nur, dass er sportlich besonders erfolgreich war, auch seine Vereinszugehörigkeit ist herausragend. Heute vor 65 Jahren trat der damals 16-Jährige in den Verein ein – und blieb bis heute. „Das spiegelt meine Verbundenheit zur Eintracht deutlich wider“, betont Lutz und ergänzt: „Bis heute bin ich zu 100 Prozent Eintrachtler.“

Lutz blickt auf eine bewegende Geschichte mit seinem Klub zurück. 1959 Deutscher Meister nach dem Finalsieg in Berlin gegen Kickers Offenbach, 1960 das sagenhafte Finale im Europapokal der Landesmeister, das in Glasgow sehr ehrenvoll gegen das Ausnahmeteam von Real Madrid mit 3:7 verloren wurde. Aber nicht nur bei der Eintracht, sondern auch in der Nationalmannschaft trug er wesentlich zu Erfolgen bei. Beispielsweise bei der Weltmeisterschaft 1966, als Deutschland Vizeweltmeister wurde. Im Halbfinale vertrat er den verletzten Horst-Dieter Höttges erfolgreich. Mit einem 2:1-Sieg über die Sowjetunion zog das Team ins Endspiel ein. Zwar saß er dort nur auf der Bank, durfte aber insgesamt zwölf Mal im Nationaltrikot auflaufen.

Bewegende Karriere

Das Feedback der Fans während der 120-Jahr-Feier macht Friedel Lutz (2.v.l.) stolz.

Zwischen 1957 und 1973 absolvierte er 324 Oberliga- und Bundesligaspiele im Eintracht-Trikot (acht Tore) sowie 38 Begegnungen im DFB-Pokal. Hinzu kamen zwölf Einsätze in europäischen Wettbewerben. Ein Jahr war er der Eintracht abhanden gekommen, schloss sich für die Saison 1966/67 dem TSV 1860 München an, kehrte aber schnell wieder zurück an den Main. Ein Achillessehnenriss im Jahre 1972 läutete dann unfreiwillig so langsam das Karriereende ein. Eine mehr als erfolgreiche Laufbahn, die ihn mit der ersten Roten Karte der Bundesliga außerdem in die Geschichtsbücher brachte. Als Zeugwart blieb er in den 1990er Jahren der Eintracht treu, ging am Riederwald ein und aus und kann noch heute einige spannende Legenden berichten.

Apropos „noch heute“: Selbstverständlich besucht Lutz gemeinsam mit seinen Mitspielern der Meistermannschaft als Ehrengäste des Vereins jedes Heimspiel. „Wenn wir ins Stadion kommen, werden wir als Vorbilder wahrgenommen“, berichtet der 81-Jährige. Die Mannschaftskollegen von 1959 pflegen auch außerhalb des Stadions regelmäßigen Kontakt und sind eine enge Gemeinschaft. „Wir waren schon damals wie eine Familie“, ergänzt seine Frau Helga, die gerne im Hintergrund bleibt, aber schon immer ihrem Mann den Rücken freihielt. Ein Leben ohne Eintracht? Für Lutz unvorstellbar. „Ich bin stolz auf alles, was mit der Eintracht zu tun hat. Egal ob Siege oder Niederlagen. Ich freue mich, dass die Eintracht in der Öffentlichkeit so positiv wahrgenommen wird.“

Es hat ja keiner gesagt, dass ich austreten soll. Deshalb bin ich geblieben, bis heute.

Friedrich "Friedel" Lutz

Besonders in Erinnerung blieb ihm auch die 120-Jahr-Feier im vergangenen Sommer als die 30.000 anwesenden Eintracht-Fans der Meistermannschaft zujubelten. „Das hat uns alle sehr berührt und stolz gemacht.“ Stolz kann er auch sein. Nicht nur wegen seiner sportlichen Errungenschaften, sondern auch für auf seine langjährige Vereinszugehörigkeit. „Es hat ja keiner gesagt, dass ich austreten soll. Deshalb bin ich geblieben, bis heute“, spaßt der Rentner. In diesem Sinne: Bleib uns noch lange erhalten, Friedel. Herzlichen Glückwunsch zu 65 Jahren Mitgliedschaft und auf viele weitere gemeinsame Jahre in der Eintracht-Familie!

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