05.09.2021
Verein

55 Jahre Eintracht

Dass Joachim Scheuer Fan von Eintracht Frankfurt wird, stand bereits vor seiner Geburt fest. Heute feiert er seine 55-jährige Mitgliedschaft.

Joachim Scheuer ist nicht nur schon seit 55 Jahren Mitglied von Eintracht Frankfurt, sondern leitet seit über 22 Jahren auch die Poststelle in der Schäfflestraße am Riederwald. Dort gehen nicht nur die Angestellten der Geschäftsstelle, sondern auch so mancher Jugendspieler aus dem Eintracht-Internat regelmäßig ein und aus. „Die Jungs kommen immer und holen ihre Post ab“, erzählt er. „Manche sind ziemlich schüchtern. Ich zeige dann immer die alten Fotos von meinem Vater und erkläre den Jungs dann: Hier seid ihr richtig“

Joachims Vater war selbst einst Fußballspieler und wurde 1935 im alter von 12 Jahren von der SG Riederwald zu Eintracht Frankfurt gelotst, nachdem die Eintracht das Spiel gegen die SG, in dem Joachims Vater zwei Tore erzielte, mit 0:4 verloren hatte. Jugendleiter bei der Eintracht war damals Willi Ewald, der später auch Geschäftsführer wurde – und Patenonkel von Joachim Scheuer. „Das ist meine Beziehung zur Eintracht, die 1935 entstand, obwohl ich da noch gar nicht auf der Welt war“, erzählt er. Joachims Vater spielte noch bis 1941 mit dem Adler auf der Brust, dann musste auch er wie viele andere in den Krieg ziehen. „Aber seitdem gibt es in unserer Familie nur noch die Eintracht“, erzählt der 64-Jährige.

„Mein Talent als Fan war größer als das als Fußballspieler“

Auch Joachim begann in seiner Jugend, in den Jugendmannschaften von Eintracht Frankfurt zu kicken, und wurde 1966 Mitglied. „Mein Talent als Fan war allerdings größer als das als Fußballspieler“, lacht er. In seiner Freizeit spiele er heute trotzdem immer noch regelmäßig.

Wie ihm die Verbindung zur Eintracht in die Wiege gelegt wurde, so hat Joachim sie auch an seinen eigenen Sohn weitergegeben, mit dem er regelmäßig ins Stadion geht. In den 55 Jahren Mitgliedschaft, die Joachim nun hinter sich hat, hat er dabei einiges erlebt. „Wenn man so lange ins Stadion geht, bekommt man alle Höhen und Tiefen mit“, berichtet er. Aufstiegsmomente, wie 2003 in Reutlingen oder Klassenerhalte wie 1999 in Kaiserslautern. „Das sind Momente, von denen man immer noch zehrt.“

2019 folgte Joachim der Eintracht in einer spektakulären Europa League Saison unter anderem nach Mailand, Charkiw und Lissabon, wie er ihr auch in den 70ern schon nach durch Europa gefolgt war. „Im Flugzeug nach Madrid saß ich sogar neben den Frauen oder Freundinnen von Jürgen Grabowski und Bernd Hölzenbein“, erinnert sich Joachim lachend. „Eine von beiden hatte mir dann noch ihren Kaffee über die Hose geschüttet.“

Ich glaube, es gibt kein besseres Wort, die Eintracht zu charakterisieren als das Wort Diva.

Joachim Scheuer

Doch auch in schweren Zeiten, wie nach dem ersten Abstieg 1996, stand Joachim der Eintracht immer bei. „Ich glaube, es gibt kein besseres Wort, die Eintracht zu charakterisieren als das Wort Diva.“, erklärt er. „Die Eintracht macht immer das Gegenteil von dem was man erwartet. Das war schon immer so und ich glaube das wird sich auch in Zukunft nicht ändern.“ Doch gerade das mache die Momente mit dem Verein auch spannend und die Eintracht sympathisch, fügt er an.

Joachims Vater, der ihn in jungen Jahren zur Eintracht brachte, verstarb 2016 im Alter von 93 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt war er mit 81 Jahren das dienstälteste Vereinsmitglied der Eintracht. Und auch für Joachim ist nach 55 Jahren noch lange nicht Schluss. „Dass ich meinen Vater einholen kann, wage ich, zu bezweifeln“, lacht er. So oder so – sicher ist, dass Joachim auch in den nächsten Jahren noch viele der ganz großen und auch der weniger schönen Momente gemeinsam mit der Diva erleben wird.

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